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Geschichte


Gasthof Zum Historischen Haus im Jahre 1930.
Die Geschichte der Blauen Ecke geht viele Jahrhunderte zurück, aber Adenau ist noch älter. Die erste Erwähnung finden wir in einer im Mai 992 datierten Urkunde, vom Kaiser Otto III unterzeichnet, mit Angaben über Jagdrechte. Diese exakte Beschreibung der Täler rund um Adenau ist der historisch belegte Beginn der lokalen Geschichte.
Danach regierten die Gräfen von Ahre der Gegend, mit Nürburg als Zentralort. Erst die Zerstörung der Burg Ende der 1600er von französischen Truppen machte aus Adenau wieder den Amtssitz. Nach der französischen Verwaltung 1793-1813 wurde die Gegend wieder preußisch.

Ab hier war die Blaue Ecke schon eine Gaststätte. Das historische Haus wurde 1578 im Auftrag des Grafen von Are-Nürburg Hochstaden errichtet. Es gibt widersprüchige Angaben über das Entstehungsjahr, aber eine Jahres- bestimmung der Balken im Nachbarhaus - heute Bistro Adenauer -

Marktplatz um 1930.
zeigt Baumstämme, die bis Ende 1640 gefällt worden sind. Andere Gebäude rund um den Marktplatz entstanden alle vor und nach 1600, also bis kurz nach dem 30-jährigen Krieg (1618-1648).

Die Wetterfahne auf dem Dach der Blauen Ecke sagt 1578, aber nach dem Besuch schwedischer Truppen im 30-jährigen Krieg musste vieles neu gestaltet werden und deshalb haben einige dieser Häuser zwei Geburtsdaten. Ein Betreiber ist uns bekannt: Wilhelm Bewer, offiziell auch Kurkölnischer Amtskellner und Rentmeister der Johanniterkommende, was womöglich zu der Annahme beitrug, dass sich hier ein Zehnthaus befand. Wilhelm Bewer ist im Lagerbuch der Johanniter 1682 als abgabepflichtig "von seinem Haus am Marktplatz" aufgelistet, und er war es wohl, der der Blauen Ecke ein neues Gesicht gab.


Markt in Adenau im Jahre 1829. Blaue Ecke links.
Einfacher ist es, das Geburtsdatum des Nürburgrings festzustellen - der Bau wurde vom Preußens Wohlfahrtsministerium als Notstandsmaßnahme am 15. April 1925 beschlossen. Im Winter darauf war dies eine der größten Arbeitsplätze Deutschlands, mit 2.000 Beschäftigten. Die Gegend war zu jener Zeit der ärmste Landkreis Deutschlands. Der Tourismus steckte noch in den Kinderschuhen und eine schöne Natur reichte noch nicht als Lockmittel. Die Einweihung am 18. Juni 1927 zog nicht weniger als 100.000 Zuschauer. Die Rennstrecke wurde zu legendärem Nationalmonument und erholte sich trotz großen Schäden durch amerikanschen Panzer nach dem Krieg sehr schnell. Höhere Sicherheitsbedingungen sah die F1 nach 1976 vom Ring verschwinden, andere WM-Disziplinen Anfang der 80er. Die neue GP-Strecke kam 1984 hinzu und heute finden verschiedene Veranstaltungen auf beiden statt.
Es besteht kein Zweifel, dass Nürburgring für Adenau mit Umgebung sehr wichtig ist, mit Tourismus als wichtiger Einnahmequelle. Heute ist das Angebot mehr variiert und zeitgerechte Aktivitäten, wie Wandern oder Fahrrad fahren oder andere Formen gesunder Lebensführung, haben rund um Adenau eine passende Heimat gefunden.


5 Millionen Mark, mit Blaue Ecke.
Blaue Ecke übersteht den Frühling 1945 ganz gut – als unter anderem die Kirche und das Nachbargebäude mit in Leidenschaft gezogen wurde. Leider wurde das Opfer für Plunderungen und viele wertvolle Antiquitäten verschanden. Nach der Währungsreform sind mehrere dieser Altertümchen wieder aufgetaucht und durften weiter zu der besonderen Athosphäre des Hauses beitragen.
Zu diesen Gegenständen hören auch viele Takenplatten aus den 16. und 17. Jahrhunderten, die damals begrenzt in genau dieser Gegend von Eruopa als Wärmespeicher dienten.

Heute sind Markt 4 und 5 zusammengebaut und oberhalb des Bistroteils sind jetzt Hotelzimmer im modernen Stil, samt zwei Räumlichkeiten für Konferenze und Feste. Zum Jahr 2006 steht ein neu gebautes Teil mit noch mehr Kapazität für Gäste bereit.